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1000 n.Chr.

1000
Um die erste Jahrtausendwende erfolgt unter Heinrich I. ein aufwendiger Ausbau der ersten Stadtbefestigung.

1030
Bereits 1030 gibt es die erste Erwähnung eines Burggrafens in Würzburg, der als Vertreter des Königs handelt. Allerdings gewinnt im Laufe der Jahre der Bischof die Hoheitsrechte über die bisher unter Königsschutz stehende Siedlung. Mit dem kaiserlichen Privileg für den Bischof über Münze, Zoll und Märkte nimmt die Bedeutung der Stadt zu. Von nun an liegt sowohl die Gerichtsbarkeit als auch die Gewalt über die bisher königlichen Marktsiedlungen in bischöflicher Hand: Der Bischof regiert die Stadt.

1034
Von 1034 bis 1045 regiert der heilige Bischof Bruno, der 1040 mit dem Neubau des dritten und heutigen Doms beginnt.

1133
Im Jahr 1133 wird die erste steinerne Mainbrücke vollendet. Sie führt als neu gestaltete Marktstraße die Fernhandelswege auf den Dom zu. Die Brücke gilt aber nicht nur als Ort für Händler und Handwerker, sondern ist auch Prozessionsweg für einziehende Bischöfe und Könige.

1156
Die Hochzeit Friedrich Barbarossas mit Beatrix von Burgund findet 1156 in Würzburg statt. Kurz darauf, 1168, bestätigt Friedrich Barbarossa das fränkische Herzogtum: Der Bischof ist nun alleiniger Herr in der Stadt.

1188
Der dritte Würzburger Dom wird 1188, nach 143 Jahren Bauzeit, fertig gestellt. Am 6. November erhält die dreischiffige romanische Pfeilerbasilika die Weihe durch den Bischof.

1200 n. Chr.

1200
Um 1200 zählt die Stadt rund 5.000 Einwohner.

1201

Ab 1201 lässt Bischof Konrad I. von Querfurt auf dem Marienberg eine ungewöhnlich große Burganlage errichten. Als möglicher Grund lassen sich die Differenzen zwischen Stadtherren, dem Bischof und der Stadtbevölkerung anführen. Doch viel hat der Bischof nicht von seinem Vorhaben: 1202 wird er in der Nähe des Doms ermordet.

1253
Im Jahr 1253 wird es dem Bischof zu unsicher in der Stadt. Er verlegt seine Residenz aus der Stadt auf die Burg auf dem Marienberg.

1256
Drei Jahre später, 1256, wird das erste Mal der Rat der Stadt urkundlich erwähnt. An dessen Spitze stehen bischöfliche Beamte, so genannte Schultheißen, und der Bürgermeister. Damit wird eine selbstständig handelnde Bürgerschaft bestätigt.

1316
Im Jahr 1316 erwirbt die Stadt den "Grafeneckart"-Bau des hoch verschuldeten Ritter Kuno vom Rebstock und nutzt diesen als Rathaus. Im gleichen Jahr wird das Bürgerspital zum Heiligen Geist gegründet.

1349
Im April 1349 finden auf dem späteren Marktplatz schwere Judenpogrome statt. Den Juden wird damals "der schwarze Tod", also die Pest angelastet.

1397
Auch Ende des 14. Jahrhunderts halten die Streitigkeiten zwischen den Bürgern und dem Bischof an. Im Jahr 1397 belagern Würzburger Bürger sogar erneut die Burg des Bischofs, allerdings vergeblich. Dennoch lassen die Bürger nicht locker und beantragen Reichsfreiheit bei König Wenzel in Prag. Sie haben Erfolg und so stellt der König die Stadt Würzburg unter Schirm und Schutz seines Reiches. Allerdings mit dem Zusatz "mit Vorbehalt der alten Rechte des Bischofs". Kurz darauf widerruft der König allerdings seine Aussagen und so auch die Reichsfreiheit.

1400 n. Chr.

1400
Die Bürgerschaft kämpft weiter - aber ohne Erfolg. Im Januar 1400 erlangt sie die schwerste Niederlage gegen das bischöfliche Heer in Bergtheim, wo 1.200 Bürger bei schweren Kämpfen ums Leben kommen.

1402
Durch die Genehmigung Papst Bonifaz IX. wird 1402 die erste Universität in Würzburg gegründet. Allerdings besteht diese nur bis 1413, da die finanziellen Mittel zur Erhaltung der Lehre knapp werden.

1483
Im Jahr 1483 kommt der Bildhauer Tilman Riemenschneider nach Würzburg. Dieser wird später auch Ratsherr und Bürgermeister und hinterlässt schließlich als angesehener Künstler zahlreiche Werke in Würzburg.

1518
Im Jahr 1518 besucht Martin Luther die Stadt, nächtigt im Augustinerkloster und spricht mit dem Bischof Lorenz von Bibra über dringend notwendige Kirchenreformen.

1525
Ein heftiger Bauernkrieg entbrennt 1525, als Tausende Bauern in die Stadt einziehen. Die Würzburger stellen sich im Bauernkrieg auf die Seite der Bauern. Trotz knapper Besatzung auf der Festung kann diese die zahlreichen Angreifer abwehren.

1573
Am 1. Dezember 1573 wird Julius Echter von Mespelbrunn im Alter von 28 Jahren zum neuen Bischof von Würzburg gewählt. Es folgt eine 44 Jahre lange Amtsherrschaft als Herzog von Franken. Er stirbt am 9. November 1617. Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn gründet 1576 das Juliusspital und 1582 die Julius-Universität.

1600 n. Chr.

1600
In einer Märznacht 1600 vernichtet ein schweres Feuer den gesamten Nordflügel der Festung Marienberg. Julius Echter lässt daraufhin die Burg zu einem repräsentativen Renaissanceschloss umbauen.

1631
Von 1631 bis 1634 besetzen die Schweden unter König Gustav Adolf von Schweden die Stadt und die Festung Marienberg.

1649
Im Jahr 1649 wird die Festung Marienberg zur Reichsfestung erklärt. Nach der Besetzung der Schweden erweiterte der Bischof die Burg mit einem Kranz gewaltiger Bastionen.

1719
Ab 1719 residieren die Fürstenbischöfe wieder in der Stadt. Johann Philip Franz von Schönborn wird zum Fürstbischof gewählt und unter ihm beginnt alsbald eine großartige Bautätigkeit.

1720
Zwischen 1720 und 1744 entsteht die Residenz der Würzburger Fürstbischöfe im Rohbau. Bis 1780 dauert die endgültige Fertigstellung.

1800 n. Chr

Im 19. Jahrhundert
erlebt Würzburg eine Blütezeit. Viele berühmte Architekten und Staatsmänner leben in der Stadt.

1802
Im Jahr 1802 tritt Fürstbischof Georg Karl von Fechenbach zurück. Würzburg wird bayerisch. Gleichzeitig finden Plünderungen und Verschleuderung der Kirchenschätze statt (Säkularisation).

1804
Neben dem Theater wird 1804 auch die Musikhochschule in Würzburg gegründet.

1806
Würzburg wird 1806 die Residenz des Großherzogs Ferdinand von Toskana. Im selben Jahr bezieht auch Napoleon die Residenz und weilt noch einige Jahre später, nämlich 1812 und 1813 in Würzburg.

1814
Ab dem Jahr 1814 gehört Würzburg wieder zu Bayern.

1815
Ludwig I. residiert von 1815 bis 1825 in Würzburg und der berühmte Komponist Richard Wagner ist 1833 als Chordirektor am Theater tätig.

1854
Im Jahr 1854 wird die Stadt mit der Bahnlinie Würzburg-Schweinfurt an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Kurze Zeit später erfolgt der Ausbau der Linien und die Anbindung an Aschaffenburg.

1866
Um 1866 zählt Würzburg 33.000 Einwohner. Im Krieg zwischen Bayern und Preußen wird 1866 das Zeughaus der Festung beschossen und brennt ab.

1868

Im Jahr 1868 tritt der bayerische Staat die Festungswerke an die Stadt Würzburg ab. Kurz darauf beginnen die "Entfestigung" und die Erweiterung des Stadtgebiets über die Anlage des Ringparks hinaus. So entstehen die neuen Stadtteile Grombühl, Zellerau und Sanderau.

1888
Die zweite Brücke, ursprünglich nach dem Prinzregenten Luitpold benannt, wird 1888 vollendet. Diese wird im
2. Weltkrieg allerdings vollständig zerstört und als heutige "Friedensbrücke" wieder errichtet.

1895
Sieben Jahre später, 1895, folgt der Bau der "Löwenbrücke". Im gleichen Jahr entdeckt Wilhelm Conrad Röntgen im Physikalischen Institut der Universität die später nach ihm benannten Strahlen.

1900

1900
Um die Jahrhundertwende hat Würzburg 75.000 Einwohner.

1914
Im ersten Weltkrieg (1914 - 1918) werden Nahrungsmittel und Bekleidung stark rationalisiert. Bis zum Kriegsende werden in Würzburg 46 der 126 Glocken eingeschmolzen. Es entstehen mehrere Suppen- und Volksküchen, um die Bevölkerung und die knapp 50.000 Verletzten zu versorgen.

1934
Um 1934 zählt Würzburg 100.000 Einwohner und ist nach München, Nürnberg und Augsburg die viertgrößte Stadt in Bayern.

1942
Der zweite Weltkrieg hat bittere Folgen für die Stadt. Im Februar 1942 fallen die ersten vier Bomben in der Nähe des Südbahnhofs auf die Stadt.

1945
Am 4. Februar 1945 findet der erste von vier Luftminen-Angriffen statt. Weitere Angriffe treffen die Stadt in den Abendstunden des 19. Februar und des 3. März. Am Abend des 16. März werfen 236 Flugzeuge der Royal Air Force in drei Angriffswellen über 300.000 Stabbrandbomben, Phosphorkanister und Sprengbomben ab. Nur 6000 Bürger wohnen noch in den Außenbezirken. Man nennt Würzburg auch das "Grab am Main". Durch die Bereitschaft der Bürger wird die Stadt aber wieder langsam aufgebaut.

1947
Im Jahr 1947 wird das "Mainfränkische Museum" auf der Festung Marienberg eröffnet.

1950
Im Jahr 1950 findet die erste Mainfrankenmesse statt, auf der vor allem landwirtschaftliche Geräte und Baumaschinen gezeigt werden.

1951
Zum ersten Mal nach dem Krieg wird 1951 wieder das Mozartfest gefeiert. Seit 1922 findet es jährlich statt und ist fester Bestandteil des städtischen Kulturlebens.

1956
In den 50er Jahren zählt Würzburg erneut 100.000 Einwohner.

1967
Nach 22jährigem Wiederaufbau wird am 6. Mai 1967 mit der Weihe des Hauptaltars der Dom wieder seiner gottesdienstlichen Bestimmung übergeben.

1970
In den 70er Jahren ist der Wiederaufbau der Altstadt weitestgehend abgeschlossen.

1985
Die Eröffnung des "Congress Centrum Würzburg", 1985, soll der Stadt helfen, sich als Kongressstadt zu etablieren.

1988
Ende Mai 1988 wird die Schnellbahntrasse Fulda-Würzburg eröffnet, drei Jahre später besitzt Würzburg nun auch eine ICE-Strecke nach Hannover.

1992
Am 3. Oktober 1992 wird die "Brücke der deutschen Einheit" geweiht.

2002
Im Jahr 2002 wird die Eröffnung des neuen Kunstmuseums im "Kulturspeicher" gefeiert, in dem von nun an Kabarett, Lesungen und Ausstellungen stattfinden.

2004
Im Jahr 2004 feiert Würzburg das 1300-jährige Stadtjubiläum mit vielen Veranstaltungen über das ganze Jahr hinweg. 

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Die Geschichte Würzburgs

1000 v. Chr. Bereits Jahrhunderte vor Christus gilt der Marienberg als strategisch wichtige Anhöhe. Um 1.000 v. Chr. etwa wurde die Berghöhe über dem Main zu einer keltischen Fliehburg ausgebaut. Dies ist heute belegt durch spätere Scherbenfunde am Fuße des Marienbergs.
Um 500 v. Chr. gilt der Marienberg schon als Fürstensitz, wobei sich am Fuße des Berges ein Fischerdorf ansiedelt hatte.

650
Während um 650 n. Chr. am Fuße des Marienbergs ein Fischerdorf liegt, wird Würzburg auf der anderen Mainseite Fränkischer Herzogssitz.

689
Kilian, ein irischer Missionar und der spätere Patron des Bistums Würzburg, missioniert seit ungefähr 686 in der Region. Zusammen mit seinen Gefährten Kolonat und Totnan wird er um 689 in Würzburg enthauptet und stirbt den Märtyrertod.

700
Von Mitte des 7. bis zum 8. Jahrhundert ist die Anlage auf dem Marienberg Sitz der fränkisch-thüringischen Herzöge.

704
Die erste urkundliche Erwähnung Würzburgs geht zurück auf den 1. Mai 704 mit der Beschreibung des Schlosses "Virteburg".

706
Die erste, feste Kirche innerhalb des Kastells auf dem Marienberg wird der Heiligen Maria geweiht.

742
Im Jahr 742 gründet der heilige Bonifatius, ein angelsächsischer Missionar, das Bistum Würzburg. Zum ersten Würzburger Bischof wird der Benediktiner Burkard ordiniert, welcher zu den engsten Mitarbeitern des Bonifatius gehört.

762
Um 762 wird Würzburg in Urkunden erstmals als "civitas" (Stadt) bezeichnet.

788
Der erste Würzburger Dom wird 788 von Bischof Berowelf in Gegenwart Karl des Großen geweiht, welcher auch noch einige Jahre später in der Stadt weilt.

855
Am 5. Juni 855 brennt der Dom nach einem Blitzschlag nieder, die Mauern stürzen noch im gleichen Jahr nach einem schweren Unwetter ein. Kurz darauf wird mit dem Neubau des Doms an dem heutigen Platz begonnen, welcher nach Fertigstellung dem Heiligen Kilian geweiht wird.

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